Bärte - falsche
Wenn man schon mal üben möchte -- sie sind doch nun mal das ultimative Männlichkeitssymbol.

Wer von uns hat noch nie daran gedacht, dem ein bischen nachzuhelfen, zumal der Bartwuchs sehr lange dauern kann, vor allem wenn man noch unter oder Anfang 20 ist. (Aber auch Anfang 30 kann man da sehr ungeduldig sein ... )

Eines gleich im Voraus - die meisten legen sie auch wieder ab, denn sie haben so einige Nachteile - entweder man trägt sie IMMER, oder man muß damit rechnen, an einem Tag glattrasiert gesehen zu werden, und am nächsten mit Bart - das fällt dann erst recht auf. Außerdem SIND sie halt nicht angewachsen.

Eines funktioniert übrigends nicht - einfache Karnevalsbärte. Die sehen nämlich genau so aus, und lenken um schlimmsten Falle erst recht darauf hin, dass da noch nix wächst. Selbst Karneval.

Also, was nehmen? Es gibt prinzipiell 2 Möglichkeiten - fertig gekaufte Bärte, und selbstgemachte.

TIP: Erst mal Bios in der freien Wildbahn beobachten - wie sieht das da aus?

Fertig gekaufte Bärte:

Gibt es in guten Karnevalsläden, also solchen, die eher die gehobene Klasse von Verkleidung führen; auch Partybedarf oder Theaterläden haben so etwas wohl manchmal vorrätig.

Es handelt sich fast ausschließlich um Schnurrbärte (auch Popelbremsen genannt). Diese sind aus Echthaar geknüpft, und sehen dementsprechend gut aus. Sie sind nicht ganz billig (ca. 30.- bis 40.- DM). Man wählt passend zur Haarfarbe aus, aber besser NICHT genau den selben Ton, denn die meisten Bios haben auch etwas bis sehr unterschiedliche Bart- und Haarfarben (außer bei sehr dunkel oder sehr hell).

ACHTUNG: Den Bart erst einmal trocken anhalten, und zur Not zurechtschneiden. Die Dinger sind nämlich alle ziemlich groß, und die meisten von uns haben relativ kleine Gesichter.
TIP1: Schnurrbärte sprießen eigentlich nur zwischen den beiden Falten, die von der Nase zum Mundwinkel gehen.
TIP2: Immer von unten schneiden, sprich, an dem Gewebe, auf das die Haare geknüpft sind. 'Echte' Schnurrbärte haben auch keine Kanten, die mit dem Lineal gezogen sind.
TIP3: Vorsichtig schneiden - hinterher wieder ankleben ist schwierig.

Befestigt werden sie mit Mastix, das ist eine Gummilösung, die in Fläschchen mit Pinsel, ähnlich Nagellack verkauft wird. Wer dagegen allergisch ist, für den gibt es ein spezielles Mastix für empfindliche Haut. Was man NICHT braucht, ist Mastix-Entferner. Das Zeug besteht nämlich aus Alkohol, Wasser, Farbstoff und Parfüm. Isopropanol aus der Apotheke ist wesentlich billiger.

Die Oberlippe rasieren, auch wenn Ihr noch nicht viel Bart habt. Die meisten Menschen haben da dünne Haare, und es macht nur Masochisten Spaß, irgendetwas mit Mastix auf behaarten Stellen zu befestigen. Wer das nicht glaubt, klebt mal ein Pflaster drüber, und zieht es ab. Mastix klebt besser.

Dann die Oberlippe ganz mit Mastix bestreichen (also jedenfalls da, wo der Bart hinkommt), er muß vollständig befestigt sein. Dann den Bart aufpressen, und ein paar Sekunden locker festhalten. Wenn er noch nicht ganz befestigt ist, Mastix mit dem kleinen Pinsel nachtragen. Zuviel Mastix läßt sich vorsichtig mit einem Wattestäbchen und Alkohol entfernen, aber ein Bart, der an den Enden sich löst, sieht, gelinde gesagt, etwas merkwürdig aus. Dann den Mund nicht zu viel bewegen, bis das Mastix trocken ist.

Das hält einige Zeit, es hängt davon an, ob Ihr zum Beispiel schwitzt auf der Oberlippe oder sie viel bewegt. Essen kann man damit übrigends problemlos (Vorsicht bei Suppe ;-). Wenn man damit vor die Türe geht, empfieht es sich immer, das Mastixfläschen dabei zu haben (und eine Taschenspiegel).

Entfernt werden sie, indem man etwas Akohol auf den Bart (oder dahinter) tupft, damit sich das Mastix etwas löst. Dann abziehen. Mit Alkohol Mastixspuren am Bart entfernen (und natürlich vom Gesicht). Den Bart kann man zur Säuberung problemlos in ein mildes Seifenbad legen, die sind recht robust.

In Köln zu haben bei Festartikel Schmitz, Johannisstraße, hinter dem Hauptbahnhof.

Selbstgemachte Bärte und Bartstoppeln:

Kann man auch - empfiehlt sich sogar, wenn man nicht einen so großen haben will.

Diese werden aus Wollkrepp gemacht. Aus dem Zeugs macht man auch beim Theater Bärte und sogar Haarteile. Gibt es in Läden für Theaterbedarf. Es gibt nicht alle Haaröne fertig zu kaufen, man muß fast alle Blondtöne mischen. Das ist aber nicht allzu schwierig, hinterher sieht beispielsweise Dunkebraun und Platinblond wirklich aus wie Dunkelblond oder Hellbraun, je nachdem.

Das Zeugs wird in Zöpfen verkauft. Die entprechenden Farben kaufen. Außerdem für Bärte Mastix und Alkohol (Isopropanol). Wer Bartstoppen machen möchte, braucht nur einen speziellen Klebestift (gibt es da, wo es Wollkrepp gibt).

Bartstoppeln machen nicht viel Arbeit. Einfach ein Stück der Zöpfe aufwickeln, und dann kleine Stücke abschneiden (max. einen halben Zentimeter). Wer Farben mischen muß, tut das einfach mit den abschnittenen Stückchen. Dann das Gesicht da, wo man die Stoppeln haben möchte, mit dem Stift einschmieren (sieht so ähnlich aus, und handhabt sich wie ein normaler Klebestift). Dann die Stoppeln drauf - das geht einfach von Hand, aber besser mit einem etwas feuchtem Make-Up Schwamm. Ein bischen üben, damit es richtig aussieht. Ist einfach, und sieht gut aus, ist aber nicht knutschecht. Außerdem juckt es gerne. Aber ist den Versuch wert.

Bärte - die sind schwierig und viel Arbeit. Man nimmt einen oder mehrere Stränge Wollkrepp (je nachdem, ob mischen muß), zieht sie etwas glatt (geht am besten mit einem altmodischen Lockenstab; aber auch mit einem neueren, oder einem Bügeleisen). Das Glätten empfiehlt sich - es macht das Weiterbearbeiten wirklich einfacher. Man legt die Stränge zusammen, und zieht sie wieder auseinander. Und legt sie wieder zusammen, und zieht sie auseinander. Und so weiter, bis man etwas in der Hand hat, was einem Bart nicht unähnlich sieht. Dann muß man ihn in Form bringen. Das ist der schwierige Teil. Eine glatte Kante abschneidet, und das ganze mit Mastix am Gesicht ankleben. Dann zupfen, drehen, schneiden, was immer nötig ist. Höllenarbeit, und alles ist möglich - aber bitte nicht übertreiben!

In Köln zu haben bei ....
"Jot jelunge", Händelstr. 31 (Nähe Rudolfplatz)
Angeblich hat 'Die Maske' in der Antoniterstraße(Nähe Neumarkt) diese auch.)

Ganz im allgemeinen: Nicht übertreiben! Und nicht behaupten, dass alles echt ist, bei Leuten, die euch letzte Woche noch ohne gesehen haben. Es ist zwar eine erfolgreiche Lachnummer, aber die wolltet ihr ja nicht abziehen, oder?

 
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