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Binder |
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Es
gibt für jeden Menschen so ein paar Sachen, auf die er dankend verzichten
kann. Bei uns ist das ein Paar, das den Sitz jeden Hemdes ruiniert. Jenes Paar kommt, je nach Mann, in den unterschiedlichsten Größen. Einige sind mit so wenig gesegnet, dass sie eigentlich bloß ein etwas weiteres Hemd brauchen, und niemand sieht mehr etwas, während andere selbst mit den besten Methoden noch eine Weste überziehen müssen. (-> Kleider) Beides ist aber eher selten. Daher stellen wir hier mal alle uns bekannten Binder vor. Eins gilt aber für alle Methoden: Niemals nach unten abbinden, auch wenn einem das vielleicht einen oder zwei Zentimeter mehr (bzw. weniger) bringt. Also nicht so, dass an der Unterseite Haut auf Haut gepresst wird. Das hat meistens üble Folgen, nämlich nässende Entzündungen, oft mit den entsprechenden Narben hinterher. Wir alle überschätzen sehr, wie viel man davon noch sieht. Wenn der Rest stimmt (wozu die meisten leider Hormone brauchen), nehmen die anderen Leute es oft nicht mal ohne Binder noch wahr. Dann wird das unter "Fett" abgelegt, oder unter "was ist dem armen Kerl denn passiert" aber eben nicht mehr unter weibliche Attribute. Im Zweifelsfalle eine Freundin oder einen Freund zu Rate ziehen.
Altbekannt, aber nicht unbedingt beliebt. Trotzdem haben es fast alle probiert, vor allem, weil die Zutaten dazu einfach sind, oft schon vorhaden, und kompliziert ist es auch nicht. Man braucht eine elatische Binde, am besten 15 cm breit, wickelt sich selbige um den Brustkorb, und das war's. Vorteil: Billlig, schnell und leicht zu bekommen. Nachteile: Es ist fürchterlich warm, es trägt auf, es rutscht, und für das Wickeln hat man einfach eine Hand zu wenig. Man nimmt selbige Bandagen, legt sie 4-fach auf die richtige Länge, näht sie mit Schlingstichen (also so: ////; die sind elastisch) oben und unten zu, näht vorne einen Reißverschluß rein, oben Träger, und für recht üppige Anhängsel, unten ein breites Gummiband. Vorteil: Billig und leicht zu bekommen.Nachteil: Immer noch schweinewarm, trägt auf, viel Arbeit, und es gibt effektivere Methoden. Es gibt Rippenbandagen, die man eigentlich für gebrochene Rippen
bekommt, und Rückenbandagen, die bei Rückenbeschwerden den
Rücken stützen sollen. Der eigentliche Unterschied ist, dass
die Rückenbandagen breiter sind, und nicht so längst-stabilisiert.
Sie sind unter Umständen zu breit, und können Rückenbeschwerden
verstärken (jedenfalls da, wo wie sie tragen). Sie haben einen
Klettverschluß, und werden eigentlich nur umgelegt und fertig.
Dabei, wie bei allen Methoden, die Dinger möglichst weit nach unten
und zur Seite schieben. Nachteile: Teuer (ca. 30.- bis 50.-Euro). Peinlich zu kaufen, denn man sollte sie anprobieren. (die Rippenbandagen gibt es leider auch für Frauen - mit zwei Ausschnitten, damit da nichts zusammengedrückt wird - unbrauchbar für uns). Außerdem muß man schon das Atmen einstellen, wenn man sie trägt, und man sollte einen guten Orthopäden zu Hand haben, denn damit sind Rückenbeschwerden fast vorprogrammiert. Können außerdem rutschen, ist aber wesentlich weniger häufig als bei einfachen Bandagen. Nun, nachdem auch diejenigen von uns, die dort überhaupt je freiwillig waren, die Damenmiederwaren- und strumpfabteilungen hinter uns gelassen haben, finden wir uns auf einmal da wieder. Und das vor den Teilen, um die wir immer einen weiten Bogen gemacht haben - Miederhöschen und Stützstrumpfhosen. Nein, kein Scherz. Daraus kann man billige, halbwegs bequeme und effektive Binder machen. Wie? Die Miederhöschen sollten hautfarben
sein, fällt am wenigsten unter der Kleidung auf. (Ansonsten sind
sie noch in Schwarz oder weiß erhältlich.) Sie sollten über
10 Prozent Elasthan enthalten, je mehr desto besser (der Baumwollanteil
leiert nämlich aus). ![]() Die Größe richtet sich nach der sogenannten Unterbrustweite, also dem Maß direkt unterhalb. Davon zieht man ca. 10cm ab, aber man muß eventuell zwei Größen probieren. Am besten eignet sich der altmodischste Schnitt, den man finden kann, und wichtig, das Teil muß einen Zwickel haben, also ein abgenähtes Teil im Schritt, meist mit Baumwolle überzogen, dass vorne und hinten mit einer Naht am Hauptteil des Höschens angenäht ist. C&A und Wollworth sind gute Quellen dafür. ![]() Dann muß man das Ganze zurechtschneiden. Man schneidet den Zwickel heraus, aber, ganz wichtig, der elatische Rand, in den der Zwickel eingenäht ist, und der um den ganzen Beinausschnitt geht, muß stehenbleiben. Denn das ist der Träger! Wenn man Glück hat, und keinen allzu dicken Hals, dann passt es jetzt schon - Achtung, am Anfang sind die Dinger gar nicht so einfach an- und auszuziehen! ![]() Meistens wird das aber am Hals zu eng sein. Das heißt, man muß vorne durch die Naht, die den Zwickel hielt, durchschneiden, und dann weiter am Rand/Träger nach unten. Nicht zu viel raus schneiden, das kann man immer noch machen. Ankleben hingegen ist schwierig. Dann muß man aber eine neue Naht einnähen, denn an dieser Stelle wird das Teil sehr belastet. Also den ausgeschnittenen Teil nach innen rollen (eventuell kürzen) und mit Schlingstichen (also /////////) annähen. Zum Nähen hat sich Zahnseide bewährt. Normales Garn reißt zu schnell, auch Knopflochseide oder Sterngarn. ![]() Was dann noch eventuell gemacht werden muß, ist Abnäher einnähen, und zwar längst. Die Höschen sind nämlich querelatisch, was das Atmen sehr einfach macht, aber leider etwas zu viel beuteln kann. Ebenfalls stabilen Faden nehmen, und einfach längst etwas Stoff nach innen nähen. Das kann man auch gut im Bogen machen, das heißt nicht die Ränder einnähen, sondern ab dem Rand in einem Halbkreis zum Rand zurück. Dann trägt es nämlich an wenigsten auf. Wenn es nach einiger Zeit anfängt, zu sehr zu hängen, kann das daran liegen, dass sich die Träger ausgeleiert haben. Also erst mal da probehalber kürzen, ehe man neue Abnäher reinnäht. Übrigens: In der ersten Woche oder so sind die grundsätzlich sehr eng. Man muß sie erst mal eintragen, das wird besser, und nicht nur, weil man sich dran gewöhnt hat. Eventuell kann man das mit ein paar Mal durch die Waschmaschine jagen beschleunigen. ![]() Vorteil: Billig (zwischen 5.- und 15.- Euro), dünn, stabil, effektiv, und man kann damit nicht nur atmen, sondern sogar Sport machen. Nachteile: Eventuell etwas Näharbeit - und das merkwürdige Gefühl, hautfarbene Miederhöschen zu kaufen. Stützstrumpfhosen werden nach genau dem selben Prinzip hergerichtet, nur dass man noch die Beine abschneiden muß, und diese Stelle vernähen sollte. Sie sind nicht so effektiv, aber für kleiner Vorbauten durchaus geeignet. Außerdem noch billiger (3.- Euro bis 8.- Euro) und noch dünner. Es gibt sogenannte Boleros, die üblicherweise für Verbrennungsopfer
gedacht sind, damit die Haut nicht wulstig wird. Sie werden auch in
einigen Krankenhäusern nach der Mastektomie verschrieben, vor allem,
wenn sich noch die Haut zusammenziehen soll. Vorteil: Unübertroffene Bindewirkung
bei maximaler Bequemlichkeit. Im Ernst - es gibt Leute, die kleben sich das ab, entweder mit Leukoplast,
oder irgendwelchen anderen elastischen Klebebändern. Es soll
sogar funktionieren, wenn es nicht allzu viel ist. Geklebt wird von
innen nach außen, und in der Mitte sollte wohl eine Lücke
bleiben (also jede einzeln). Vor allem in den USA sehr beliebt.Die Dinger sind wohl eigentlich dazu gedacht, Bierbäuche zu verstecken, und aus einem festen elastischen Material gemacht. Geschnitten sind sie wie T-shirts oder Unterhemden. Leider sind sie in Deutschland nicht zu bekommen. Man kann natürlich in den USA bestellen, aber das ist nicht ganz billig, da nicht alle dieser Versender Kreditkarten annehmen. So, ich hoffe, damit einigen geholfen zu haben. Wer noch andere Methoden kennt, oder Bezugsquellen für die Hemden oder anders Brauchbares, sende uns das bitte via E-Mail. |
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