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Menschen - Fragen - Antworten |
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1. Hast Du eine Selbstbeschreibung? Wenn ja, wie lautet sie? Mein Leben lang ist mir nie was geschenkt worden ... das beziehe ich nicht nur auf's "TM-sein", sondern allgemein auf mein Leben. Um Anerkennung zu bekommen, hat es nie ausgereicht, so gut wie andere zu sein ... Ich musste immer viel besser sein, um Akzeptanz zu erfahren. All das hat mich geprägt und auch ein wenig hart gemacht - zu mir selber - und auch anderen gegenüber. Aber es hat mir auch geholfen, mit schwierigen Situationen gut fertig zu werden und trotzdem mir meine Lebensfreude zu erhalten.Ich habe für Schwächen Verständnis, aber nicht für Selbstmitleid. Ich glaube an den Satz "jeder ist seines Glückes Schmied" und daran, dass meine Biografie irgendeinen Sinn haben muss. Ich bin ein lustiger Mensch und habe sehr viel Humor ...(ohne könnte man das alles wohl nicht so locker durchstehen *g*)... bin gern in Gesellschaft und habe was übrig für die Familie. Ich würde mich als ganz normalen Mann bezeichnen, der seinen "Mann im Leben stehen" und einfach nur ein schönes Leben mit einer schönen Frau führen will. ;-) 2. Magst Du etwas zu deinem Leben [bzw. Werdegang?] erzählen? Ich bin 36 Jahre alt und habe mich mit ERST 27 zu meiner sexuellen Orientierung outen können. Allerdings konnte ich mich schon damals nicht mit dem Wort "Homosexualität" identifizieren, weil ich wusste, dass das auf mich nicht zutrifft. Ich fühlte mich schon immer männlich, hatte aber damals keine Ahnung von Transsexualität. Ich kannte es zwar aus dem Fernsehen, hatte aber eine andere Vorstellung davon. Ich dachte immer, man müsse von Natur aus ("Zwitter") gewisse Voraussetzungen haben, um von sich behaupten zu dürfen, man stecke im falschen Körper. Dass allein das Identitäts-Gefühl ein Zeichen für das geschlechtliche Empfinden sein KANN und DARF, wusste ich damals in meiner Naivität noch nicht. Auch war es zu meiner Zeit (vor 15 Jahren) keineswegs ein Thema, das salonfähig war. Talkshows gab es damals noch nicht, bzw. erst als ich mein Outing schon hinter mir hatte.*g* Meiner allerersten Beziehung habe ich es zu verdanken, zu dem zu stehen, was ich immer war - ein Mann. Ich war fast 5 Jahre lang mit ihr zusammen und konnte endlich mein Leben - in gewisser Weise - geniessen. Beruflich war ich immer hin -und her gerissen. Ich war mehr als 10 Jahre selbständig gewesen. Aber das, was ich gerne hätte machen wollen, konnte ich nie realisieren. Eine klassische Ausbildung, bzw. ein Studium waren leider nicht möglich. Die damit verbundenen Zwänge und der Druck, waren mir zu massiv. Heute bedauere ich das natürlich, weil ich gerne eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium hinter mich gebracht hätte. Meine TI (Anm.d.R.: TransIdentität) hat mich auf jeden Fall blockiert, mich beruflich zu enfalten. Heute ist es so, dass ich mein Leben neu ordnen muss. Ich habe einen Job, von dem man leben kann und der auch gesellschaftlich Anerkennung findet, aber letztlich nicht unbedingt mein Ziel gewesen wäre. 3. Bist Du jetzt zufriedener mit Deinem Leben als früher? Das auf jeden Fall. Dinge, die früher unmöglich gewesen wären, sind heute normaler Alltag. Als Mann endlich durchs Leben gehen zu können, ohne dass es jemand in Zweifel stellt oder überhaupt zum Thema werden lässt, ist einfach traumhaft. 4. Was hast Du für weitere Ziele? Zunächst einmal meine letzte Op - den Aufbau - hinter mich zu bringen, beruflich und finanziell fest im Sattel zu sitzen ... in den nächsten Jahren ein Haus kaufen und mit meiner Frau darin wohnen ... klischeehaft und kitschig .. Ich wollte immer Normalität! *g* 5. Was würdest Du anderen T* mit auf den Weg geben? Ich war erst 27, als ich mich überhaupt wegen meiner Sexualität outen konnte ... TI (Anm.d.R.: TransIdentität) war da noch nicht ausgesprochen. Es ist nie zu spät, glücklich zu werden. Dafür lohnt sich jeder Schritt ... die Geschwindigkeit dieser Schritte darf jeder individuell bestimmen ... so wie man es verkraftet. Man muss sich von Zwängen befreien - auch denen der Familie! Wenn man wirklich geliebt wird - und es nicht nur eine Farce ist - dann wird man die Unterstützung bekommen, die man braucht. Wenn es nicht so ist, ist auch jede Rücksicht unangebracht. Grüsse ein TM (36 Jahre) |
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