Wie sage ich es meinem Gspusi?

Das Thema Beziehungen, und wie man es dem Partner beibringt - sicherlich nicht
ganz einfach. Genau dieses Thema wurde letztens auf der Mailingliste besprochen.

Hier ist dieser Thread, nur auf Wunsch einiger Beteiligter anonymisiert.

Die Pfeile > bedeuten übrigens, dass man eine alte Nachricht zitiert. Zwei
Pfeile >> bedeuten dementsprechend, dass man ein Zitat zitiert.


Hallo zusammen!

>> mein Ex-Partner ( wir waren verlobt) hat es total
>> easy aufgenommen.
>
>also da sehe ich noch einiges an Problemen auf mich zurollen. ich denke
>zwar nicht dass es für meinen mehr-oder-minder-noch-Partner eine
>große Überraschung wird, aber da wir vor dem Gesetz noch verheiratet
>sind und auch Kinder existieren kann ich mir schon vorstellen dass es
>einige Verwicklungen geben könnte.

Persönlicher Art oder rechtliche? Rechtliche gibt es da eigentlich wenige;
solange du nur die Namensänderung beantragst (oder vielmehr bekommst) seid ihr
rechtlich gesehen Mann und Frau - auch wenn die Frau dann M. heißt. Dito
bleibst Du die Mutter deiner Kinder und wirst höchstens zu deren
Rechtsnachfolger mit allen Rechten und Pflichten.

Und auch Ehemänner und Kinder haben so was durchaus schon weggesteckt...

Alex

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Die Beziehung geht oder ging ja schon sehr lang und wenn das für ihn jetzt
wirklich neu sein sollte, dann denk ich ist die Frage angebracht, wo er denn
die ganzen Jahre gewesen ist. Mit den Kids sehe ich da eigentlich keine
Probleme, sind eben meine Kids und ziemlich flexibel was das Leben betrifft.
Ist eben immer nur die Sache....wie sag ich's....aber da dürfte geradeaus das
beste sein.

bye
M.

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Hi M.,
zu deinem Problem mit dem Coming Out bei deinem Ehemann möchte ich von meiner
Seite aus folgendes sagen: Es kommt sehr auf die Beziehung an, ob sie ein
solches Coming Out und alles was danach noch kommt verträgt und übersteht.
Wenn ihr euch liebt (und damit meine ich wirklich euch beide!) und aneinander
hängt, dann dürfte es doch im Interesse beider Partner sein, dass sich beide in
der Beziehung einerseits, aber auch jeder für sich in seinem persönlichen
Umfeld (wozu nun mal auch der eigene Körper zählt) wohl fühlt.
Ich denke, wenn ihr eure Partnerschaft mal genau anschaut (so genau wie dass
von eurer Warte aus möglich ist), dann wird wahrscheinlich an mehreren Punkten
deutlich, dass zumindest du einige Schwierigkeiten mit dem Wohlfühlen hast, die
sich garantiert auch in irgendeiner Form auf das Familiengefüge auswirken.
Dein Partner sollte also ein natürliches Interesse daran haben, dass es dir
besser geht (denn wahrscheinlich geht es ihm dann auch besser weil weniger
Streß mit dir). Falls du nicht während der bisherigen Dauer eurer Beziehung
grandiose schauspielerische Leistungen vollbracht hast, dann dürfte er sowieso
schon was ahnen.
Es wird sicherlich eine längere Zeit intensiver Auseinandersetzungen mit der
neuen Situation geben (nicht nur in gemeinsamen Gesprächen sondern auch jeder
für sich allein), die auch die Chance bietet für ein noch näheres
Zusammenrücken beider Partner. Dies sollte von deiner Seite aber nicht
zwanghaft eingefordert werden, du mußt deinem Partner auf jeden Fall die
Chance lassen, sich selbst mit der neuen Situation auseinanderzusetzen.
Eines solltest du auf jeden Fall bedenken: du forderst Toleranz von deiner
Umgebung, also sei auch selber tolerant. Sollte dein Partner feststellen, dass
er es nun mal nicht mit einem Mann kann (aus welchen Gründen auch immer), dann
solltest du das akzeptieren. Vielleicht sind auch andere Lösungen denkbar, die
quasi auf ein gemeinsames Zusammenleben hinauslaufen ohne erotische
Komponente, es sind da sicherlich viele Varianten denkbar. Wichtig ist, dass
ihr euch gegenseitig die Wahrheit sagt und nicht irgendwelche Kompromisse
eingeht die ihr eigentlich gar nicht wollt. Das kann nur schief gehen.
Vielleicht willst du aber auch nicht mehr mit einem Mann zusammensein? Aus
Verantwortung der Kinder gegenüber solltet ihr auf jeden Fall zu einer für
beide Seiten tragbaren Lösung kommen. Dir kann ich nur den Tip geben,
Verständnis für deinen Partner aufzubringen, trotzdem aber nicht von deinem
Weg abzugehen und dir auch keine Schuldgefühle einreden zu lassen.
Ich selber lebe mit meinem Partner seit jetzt fast 17 Jahren zusammen und wir
können beide nur sagen , dass unsere Beziehung durch meine GA sich eindeutig
verbessert hat. Allerdings lag bei uns die Ausgangssituation etwas anders, da
mein Partner vor der Hochzeit wußte, auf was er sich da einläßt (oder auch
nicht bzw. genauso wenig wie ich). Wir waren beide Meister der Verdrängung,
bis es eben nicht mehr anders ging. Vom Tage meines 2. Coming Outs an hat mich
mein Partner aber unterstützt wo er konnte. Das hat vieles leichter gemacht.
Auch unsere Kinder haben, soweit wir das bis heute beurteilen können,
keinerlei Schaden genommen (Alter heute 6 und 8). Bis auf ein paar kleinere
Probleme mit meiner Mutter und seinem Bruder kann ich nur sagen, dass alle
anderen Menschen in unserer Umgebung, die uns lieb und wichtig sind, keine
Probleme mit mir (oder uns) haben. Im Gegenteil, es hat sich gezeigt, dass
viele Freundschaften durch tiefe und intensive Gespräche während des Coming
Out und auch danach nur intensiver geworden sind.
Wie alt sind denn deine Kinder ? Vielleicht könnte ich dir da ein paar
konkretere Tips geben wenn du möchtest.
Bis Bald D.

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hey D,
ich hab lang hin- und herüberlegt, wie ich ihm das am besten sagen könnte und
gestern in einem Streit konnte ich dann die Klappe nicht mehr halten. Alle
Überlegungen dahin, aber jetzt ist es wenigstens raus.
Von Überstehen kann allerdings, so wie es jetzt aussieht, keine Rede sein.
Erst wurde geblockt, dann kam verletzte Eitelkeit, zum Schluß etwas einlenken,
allerdings ist er jetzt der Meinung, es wäre besser wenn wir uns eine Weile
nicht sehen. Für ihn kam diese Eröffnung doch irgendwie aus heiterem Himmel,
obwohl ich so ein guter Schauspieler eigentlich gar nicht bin. Ich hab auch
schon für längere Zeit Andeutungen gemacht und ihm erzählt dass ich mich mit
diesem Thema beschäftige, allerdings hat er das wohl nicht so ganz ernst
genommen.
Um so mehr hat ihn das jetzt natürlich getroffen. Eine Beziehung mit einem
Mann kann er sich nicht vorstellen und das geht so weit, dass ihm allein der
Gedanke daran, dass ich als Mann fühle, schon reicht, um die Beziehung nicht
aufrecht erhalten zu können. Er bietet mir eine Freundschaft an, entzieht sich
aber völlig der Auseinandersetzung mit mir.

> Dies sollte von deiner Seite aber nicht zwanghaft
> eingefordert werden, du mußt deinem Partner
> auf jeden Fall die Chance lassen, sich selbst mit
> der neuen Situation auseinanderzusetzen.

Das ist nicht so einfach, da meine Gefühle ihm gegenüber sich ja nicht
verändert haben und seine Art der Auseinandersetzung bedeutet mich aus seinem
Leben zu streichen so weit das eben geht.

> kann ich nur den Tip geben, Verständnis für deinen Partner aufzubringen,
> trotzdem aber nicht von deinem Weg abzugehen und dir auch keine
> Schuldgefühle einreden zu lassen.

Schuldgefühle, yep, und plötzliche Zweifel an Sachen die für mich vorher
völlig klar waren und eigentlich immer noch sind.

> Wie alt sind denn deine Kinder?

meine Kinder sind 12 und 9 Jahre alt und es wäre schon hilfreich zu wissen wie
ich das am besten anpacke mit den beiden, so dass sie es auch verstehen.

bye
M.
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Hi M.,

ich habe auch eine Beziehung zu einer Frau gehabt, wo ich mich nach 10
gemeinsamen quasi lesbischen Jahren als Mann geoutet habe. Ich habe vorher
auch nicht geschauspielert und auch schon immer Männerklamotten angehabt.
Trotzdem traf es meine Freundin aus heiterem Himmel.
Ich habe auch Andeutungen gemacht, sie nahm es auch nicht ernst. Gottseidank
hatten wir ja keine Kinder, ich glaube, das hätte alles noch mehr kompliziert.
Laß dir gesagt sein, er beruhigt sich auch wieder. Meine Freundin hat ca. 2
Jahre gebraucht, um damit klar zu kommen. Heute ist alles wieder OK, aber wie
gesagt auch nicht 100% - man muß immer an einer Beziehung arbeiten. Meine
Freundin steht eigentlich auch nicht auf Männer, aber sie liebt mich so wie
ich bin und haßt auch Männer nicht. Mittlerweile kann sie sehr gut darauf.
Ich denke mal dein Mann braucht erstmal Zeit und immer wieder reden reden
reden, ich denke mal, wenn er dich wirklich liebt gibt sich das auch wieder.
Aber wenn er partout nicht auf Männer kann, muß du auch so fair sein, ihn
gehen zu lassen. Lieber eine gute Freundschaft als eine beschissene Beziehung.
Mann muß dann die eigenen Gefühle auch ein wenig im Zaum halten.
Aber das ist natürlich alles nicht so einfach, Hormone, langsam aber sicher
Körperveränderungen, mann selbst ist im Höhenflug ob der lang ersehnten
Veränderungen, dann kommen noch der Verwaltungskram dazu, OP-Anträge usw.
Alles auf einmal!!!
Aber du schaffst das schon, immer schön eins nach dem anderen und nur nicht
verrückt machen lassen.

Ich wünsche dir viel Glück.

Mi.

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hey mi,
also ich hab heut noch mal mit ihm geredet und für ihn ist alles an Beziehung
ausgeschlossen. Es kamen so Sachen wie, dass er sich schämen würde wenn ich ein
Mann wäre und er eine Beziehung mit mir hätte und dass er sich eigentlich jetzt
schon schämt, weil ich innerlich ja schon männlich wäre.
Nach wie vor bietet er mir eine Freundschaft an, aber mit der Einschränkung
dass er diese Freundschaft dann mit der Frau hätte die ich mal war, und den
Mann, der ich dann vielleicht bin, hassen würde, dass er ihm die Frau
weggenommen hat - und irgendwie würde er mich jetzt schon ein wenig hassen
dafür. Ich weiß im Moment nicht, wie ich damit umgehen soll, weil einerseits
will ich ihn ja nicht verlieren, andererseits weiß ich, wenn ich jetzt von
meinem Vorhaben abgehen sollte, dann wäre das ein Spiel auf Zeit und das hat
keinen Sinn, will er auch nicht.
Im großen und ganzen bin ich im Moment doch ziemlich confused, aber ich glaub
das ist nix unnormales wenn eine Beziehung zu Ende geht, aus welchen Gründen
auch immer.

bye
M.

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Hallo M.,
so wie es aussieht ist es ziemlich schlecht gelaufen, aber da kann man nun
auch nix mehr dran machen. Seine Reaktion, so wie du sie beschreibst, ist so
ähnlich auch bei meinem Partner abgelaufen, als ich ihm das allererste Mal
gesagt habe was mit mir los ist, also noch vor unserer Hochzeit.
Es war zwar nicht ganz so kraß, aber er sprach damals auch von 'nur
Freundschaft' und 'ein Leben mit einem Mann ist völlig unmöglich'. Wie du
siehst kann sich alles ändern. Ich würde an deiner Stelle nicht panisch
reagieren, sondern ihm Zeit lassen sich mit der Situation vertraut zu machen.
Im Streit sagt sich manches anders als man es will und es besteht ja durchaus
die Möglichkeit, dass er sich in eine Verteidigungsposition gedrängt sah und
nur noch wild um sich schlagen konnte.
Also erst mal ist cooling down von beiden Seiten angesagt. Ihr müßt eine
Möglichkeit, finden euch frei und in aller Ruhe aussprechen zu können, ohne
Druck. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass ihr über ein Wochenende alleine
verreist?
Eine Erklärung an die Kinder würde ich jetzt noch nicht vorbereiten, so sehr
es dich vielleicht auch drängt. Ich denke, es sollte erst einmal die Situation
zwischen Euch zumindest in Ansätzen geklärt sein. Schließlich kann dein
Partner dir behilflich sein, wenn ihr Euch für ein weiteres gemeinsames Leben
entscheiden könnt. Allerdings ist auch nicht der Aspekt von der Hand zu
weisen, dass Kinder eine sehr sensible Antenne für zwischenmenschliche
Konflikte haben und die Auseinandersetzung zwischen Euch sicherlich genau
spüren. Du mußt versuchen, ihnen das Gefühl zu geben, dass da zwar was im Busch
ist, dass es aber nicht ihre Schuld ist und auch nicht ihre Zukunft und die
familiäre Zukunft berührt (auch wenn das vielleicht gelogen ist, falls ihr
euch doch trennen solltet).
Vielleicht hilft auch der Gang zu einem Ehetherapeuten? Wie sieht's denn da
mit der Akzeptanz bei Euch beiden aus? Allerdings würde ich dem Therapeuten
klar vermitteln, dass deine Transsexualität nicht zur Disposition steht,
sondern der weitere familiäre Umgang damit.
Ich denke das Allerwichtigste ist, dass ihr eine neue Art der Beziehung
zueinander findet. Das bedeutet, dass jeder von euch zurückschauen muß, um
festzustellen, was in der Vergangenheit wichtig war an eurer Beziehung, warum
ihr bisher miteinander gut (oder vielleicht auch mehr schlecht als recht)
ausgekommen seid, und wie wichtig der Fortbestand dieser Beziehung für die
persönliche Zukunft ist.
Weiter solltet ihr euch auch beide Gedanken darüber machen, wenn ein
Fortbestand der Beziehung gewünscht ist, welchen Einfluß das Geschlecht des
Partners dabei ausübt (ja auch du, denn da könnte sich ja auch was ändern).
Dein Partner muß sich fragen, warum die Vorstellung mit einem Mann zu leben so
undenkbar für ihn ist, bzw. ob er vielleicht auch nicht mit dem Gedanken
klarkommt, als schwul zu gelten. Mein Partner hat für sich persönlich
klargemacht, dass er vielleicht ein bißchen bi ist, weil ihm schon immer
feminine Männer durchaus zugesagt haben (er sich aber nie in einen verliebt
hat), trotzdem weiterhin auf Frauen steht und auch durchaus Frauen
hinterherschaut, dies für ihn aber für seine persönliche Zukunftsgestaltung
nicht wichtig ist, da er mich liebt und sich ein Leben mit einem anderen
Partner gar nicht vorstellen möchte.
Vielleicht kann dein Mann auch eine solche Gefühlswelt entwickeln, es kommt
dabei sicher sehr darauf an, was ihr füreinander bedeutet. Von deiner Seite
braucht es dabei jede Menge Geduld mit ihm und die Bereitschaft für eure
Beziehung auch (trotz der drängenden TS-Problematik) Zeit zu investieren.
Gruß und viel Erfolg D.

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Hallo M., noch was:
du wirst immer in Situationen kommen, wo du anfängst, an deinem Weg zu
zweifeln und dich zu fragen, ob das denn auch wirklich alles so richtig ist
und ob dieser Weg tatsächlich der einzig gangbare ist. Naturgemäß tauchen
solche Zweifel am Anfang wesentlich häufiger auf als später.
Es hat aber auch etwas Gutes, denn so wirst du gezwungen, immer wieder neu
über dich, deine Situation und deine Wünsche nachzudenken. Jedes Mal, wenn du
erneut nachdenkst, sind wieder andere Aspekte neu aufgetaucht, hast du mehr
über dich und auch deinen Mann (deine Kinder) gelernt, was es zu bedenken gilt
und eventuell sogar die Überlegungen vom letzten Mal revidiert. Es geht ganz
schön auf den Senkel, sich immer wieder diesen quälenden Gedanken zu stellen,
aber wenn du es tust wirst du dir später niemals den Vorwurf machen, alles
viel zu schnell durchgezogen zu haben.
Auch dein Partner bekommt so eher das Gefühl, dass du nicht kopflos handelst,
sondern genau reflektierst. Bei mir hab ich auch noch festgestellt, dass,
solange ich noch keine Hormone bekam, die Selbstzweifel gegen Ende des
weiblichen Zyklus immer stärker wurden (also kurz vor der Periode). Von
solchen hormonell bedingten Gefühlen solltest du dich möglichst frei machen.
Gruß D.

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Das hört sich ziemlich fatalistisch von deiner Seite an, dazu hast du aber
noch gar keinen Grund meiner Meinung nach. Gib ihm erst noch mal mehr Zeit und
rede mit ihm so oft du kannst. Versuche ihm klar zu machen, dass dir an der
Beziehung ja was liegt. Versuche ihn mal zu der Überlegung zu bringen, ob es
denn bisher für ihn wichtig war, dass du eine Frau bist oder ob er sich darüber
noch nie Gedanken gemacht hat. Nur nicht aufgeben!
Gruß D.

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hey D,
aufgeben sicher nicht, aber ich hab mir schon meine Gedanken auch darüber
gemacht, ob ich nicht vielleicht alles ein bißchen überstürze. Reden kann ich
mit ihm nicht allzu viel, da er entweder das Gespräch abblockt, zwar sagt dass
er mich liebt usw., aber nicht bereit ist, über seine Position oder seine
Blockaden im Kopf nachzudenken; oder gar nicht erreichbar ist für mich.
Für ihn gibt es nach wie vor nur ein Schwarz oder Weiß und nix dazwischen. Als
einzige Reaktion kommt das leidende Ich zum Vorschein; er fängt an zu trinken.
wenn ich ihn drauf anspreche, kommt nix als er wäre OK, er kommt schon klar.
Das kenne ich aber schon, das Spiel von ihm, und ich weiß, oder bin mir fast
sicher, dass das früher oder später eskaliert und das ist natürlich ein enormer
Druck für mich.
Ich hab jetzt schon dran gedacht aus der Stadt ganz wegzugehen, aber mit den
Kids und den Hunden ist das nicht so einfach, würde aber uns beiden gut tun
denk ich, da dann die direkte Konfrontation nicht mehr da ist.
Eine weitere Überlegung ist, im Moment möchte ich schon mit ihm zusammen sein,
nach den paar Tagen Abstand jetzt möchte ich nicht mehr von dem großen Wort
Liebe sprechen, ich denke, da spielen ganz viele Faktoren eine Rolle. Wir sind
nun auch schon seit fast 15 Jahren zusammen und in der Zeit ist auch einiges
passiert. Ich denke, auch Mann-Sein oder als Mann leben hat ja nicht nur was
mit dem Körper zu tun, und wie er schon sagte zu mir, ich verhalte mich
sowieso schon wie ein Mann (damit kann er aber leben, komischerweise).
Es ist nun auch nicht so, dass ich mich in meinem Körper wie er jetzt ist
absolut unwohl fühle, d.h. im Moment schon, aber das bedeutet wohl eher dass
ich mich in mir und mit mir nicht wohl fühle. In Zeiten, in denen ich völlig
in mir bin und meine Mitte gefunden habe, kann ich auch mit diesem Körper sehr
gut leben, was wiederum nicht heißt, dass ich nicht eine Angleichung anstrebe,
weil ich denke, dadurch würden viele Zeiten der Selbstzweifel und des
Selbstverlierens wegfallen.
Ich sollte aber vielleicht erst einmal daran arbeiten, wieder mein Ich zu
finden und diese Beziehung auf die Reihe zu bekommen, so dass dieser Schritt
der Angleichung für uns beide tragbar wird.
Den Kopf und den Weg frei machen.
Keine Ahnung ob das alles so stimmig ist was ich erzähle, aber ich hab hier in
diesem Kaff eigentlich keinen, mit dem ich diese Probleme wälzen könnte, bin
also mehr oder minder auf mich angewiesen.
so, genug von dem konfusen Zeug :-)

bis später
M.
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Hi M.,

lehrreich für mich, deine Diskussion mit D. zu verfolgen - immer mit dem
Hintergedanken im Kopf "Mann, hab' ich Flax..." denn bei mir sind alle zwei
Beziehungen gut geendet. Sprich, ich habe nun zwei gute/beste Freunde, die
mich so ernst nehmen wie ich bin und mich als Mann akzeptieren, sogar
unterstützen! Gut, bei der zweiten Beziehung war's so, dass er von Anfang an
wußte, worauf er sich einläßt, und daher das alles auch etwas auf einer
anderen Basis stand, doch die erste, das war schon "klassisch" - er hat's
wunderbar mitgekriegt, wie ich mir selbst der ganzen Sache bewußt geworden
bin...
Irgendwie juckt's mich in den Fingern (bitte nicht wörtlich nehmen - bin eh'
zu weit weg). aber war dein Mann wirklich so einäugig??? Meint, du hättest
dich ja schon männlich verhalten die ganze Zeit und tut trotzdem so als wäre
es ein Blitz aus heiterem Himmel, blockiert, verschanzt sich...
Gründet sich seine Liebe nur auf deine weiblichen Anteile, kommt er gar nicht
mit einem Mann klar?!
Ich meine, wenn er sich eine Freundschaft auch nur mit der Frau vorstellen
kann, für die er dich bisher gehalten hat, dann krallt er sich ja voll daran
fest und versucht, mit Krampf noch irgendwelche Teile der *Liebe* aufrecht zu
erhalten. Ich frag' mich, was das dann für eine Freundschaft werden sollte...

Ja, und laßt euch Zeit. Schockierend ist es auf alle Fälle für ihn, vielleicht
braucht er auch erst einmal Zeit, um das zu "verarbeiten" und damit
klarzukommen. (meine erste Beziehung hat sich auch erst im Laufe von zwei bis
drei Jahren dahin entwickelt, was sie jetzt ist - *sehr* langsam und
fließend.)

Viel Mut & Durchstehkraft. sei du selbst!!!

der A.

 
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