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Das TSG (Transsexuellengesetz)

Interessant nicht nur, weil früher oder später fast jeder damit zu tun bekommt, sondern auch wegen dem, was NICHT drinsteht. Es steht nichts drin über Alltagstest, nichts über medizinische Maßnahmen und deren angebliche Voraussetzungen (Nein, man braucht keine Namensänderung für irgendwelche OPs, auch wenn es ab und an behauptet wird), und nichts über Therapiepflicht.
Dafür steht drin, was in den Gutachten stehen muß. Und mehr muß auch nicht drinne stehen. Es wurden schon Gutachten anerkannt, die eine halbe Seite lang waren - eingebürgert haben sich zwischen zwei und fünf Seiten, und das sollte eigentlich reichen!

Materialien zum TSG finden sich übrigens hier. Eventuell eine gute Argumentationshilfe bei Problemen.

Ein Urteil des bayrischen Oberlandesgerichtes zur (Nicht-)Notwendigkeit eines Scheidenverschlußes bei der Personenstandsänderung.
Dieses Urteil ist nicht nur deswegen interessant. Es sagt auch einiges zum Thema der Zumutbarkeit von OPs, und dem Warum einiger Passagen des TSG - die damit eine gute Argumentationshilfe bieten können. Empfehlung: Unbedingt lesen.

Dann noch ein Gutachten von Professor Wille aus Kiel
Achtung: Dies ist ein Gutachten, wie es NICHT sein sollte.
Macht euch bitte keine Sorgen, dass euch ähnliches bevorsteht, wenn ihr die Namens- oder Personenstandsänderung beantragt. Üblicherweise tut es das nicht.
Empfehlung: Der Unterhaltungwert ist klasse, der Warnungs-Wert auch. Wir werden aber noch positivere Beispiele anderer Gutachten darstellen.

Ein paar Anmerkungen, ehe ihr euch reinstürzt:

  1. Die Ergebnisse der einzelnen psychologischen Tests (die auch eher selten überhaupt durchgeführt werden) gehören nicht in das Gutachten (davon mal abgesehen, dass sie hier eh ausgesprochen wenig aussagen).
  2. Für ein Gutachten, dass angeblich keine Stellungnahme zu einer eventuellen OP nimmt, nimmt es ziemlich viel Stellung dazu. Sachlich - sagen wir mal unvollständig - sind diese auch noch.
  3. Es wird ziemlich viel über die Probleme von androphilen Transmännern geredet - aber an einigen Stellen dann doch zugegeben, dass man ziemlich wenig darüber weiß. Wir werden Professor Wille deswegen dann auch zur Tagung einladen, zur Diskussion und/oder Veranstaltung für schwule Transmänner.
  4. Man wird den Eindruck nicht los, dass irgendwie gewisse professionelle Rivalitäten und Ambitionen ihren Weg in das Gutachten gefunden haben. Nach der Lektüre dieses Gutachten hoffe ich persönlich, dass diese Ambitionen niemals zu irgendetwas führen werden.
     
 
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