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Therapie |
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Ein kontroverses Thema. Denn die meisten haben das Gefühl (oder viel mehr, bekommen gesagt), dass sie eine machen müssen. Und Zwang ist so ziemlich das kontraproduktivste in einer Therapie. Also, als allererstes: Therapie ist niemals Pflicht.Weder für irgendwelche medizinischen noch juristischen Maßnahmen. Niemand kann von euch verlangen, dass ihr eine macht. (Es wird zwar versucht, von so ziemlich allen "offiziell" Beteiligten, aber es kann euch niemand zu einer verpflichten, Punkt.) Was verlangt werden kann, sind Begutachtungstermine; und zwar sowohl für die gerichtlichen Gutachten als auch für die medizinischen Maßnahmen, und das auch bei Psychologen. Diese sind aber keine Therapie, und sollten auch weder vom Gutachter noch vom Begutachteten mit solchen verwechselt werden. Es kommt vor, dass die Gutachter verlangen, dass man bei ihnen eine Therapie macht (vor allem bei den gerichtlichen Gutachten, wo man privat bezahlen muß). Ist ein hervorragender Grund, einen Gutachter abzulehnen. Mehr zu diesem Thema unter Formalien. Das heißt aber nicht, dass es keinen Grund gibt, eine Therapie zu machen Die meisten von uns haben noch eine Menge Mist aufzuarbeiten. Denn es hat ja jeder sein Rucksäckchen zu tragen, aber den Ziegelstein haben wir halt auch noch dazubekommen. Und dabei kann man sich ja auch helfen lassen. Vor allem, weil die Diagnose 'Verdacht auf Transsexualität' die Krankenkassen meist sehr schnell zu einer Übernahme der Kosten bewegt... Außerdem stellen die behandenden Therapeuten oft auch die Indikation zur Hormonbehandlung aus, manchmal auch ein Gutachten. Das ist aber auf jeden Fall etwas, was man vorher ausmachen sollte. Betreffs der Indikation zur Hormonbehandlungs empfiehlt es sich, vorher sowohl mit dem Therapeuten zu reden, ob und wann er einen ausstellt, als auch mit dem Arzt, der die Hormone verschrieben soll, ob und nach welcher Zeit er diesen akzeptiert. Das tun eigentlich fast alle Therapeuten, meist nach etwa sechs Monaten Therapie; es sei denn, sie können es nicht vertreten, weil sie glauben, dass es (noch) keine gute Idee ist. Im Zweifelsfalle genau erklären lassen, warum. Laßt euch nicht grundlos hinhalten. Gutachten sind schwieriger. Nicht jeder Therapeut will eins ausstellen, und nicht jeder Therapeut wird vom Gericht anerkannt. Außerdem ist ein Gutachten nicht Sinn und Zweck einer Therapie! Im Gegenteil, wenn man glaubt, dem Therapeuten etwas beweisen zu müssen, macht das eine Therapie schwierig bis unmöglich. Meiner beispielsweise sagte gleich zu Anfang zu mir: "Sie sind hier zu einer Therapie. Das ist keine Begutachtung. Vielleicht stelle ich Ihnen ein Gutachten aus, wenn es so weit ist, und ich das guten Gewissens tun kann, aber das ist kein Versprechen, und wenn ich es nicht tue, ist das keine Böswilligkeit." Das ist auch völlig in Ordnung. In einer Therapie können durchaus Sachen hochkommen, die es schwierig machen für den Theraputen, guten Gewissens ein Gutachten zu schreiben. Das ist der Sinn einer Therapie, dass da alles besprochen wird. Ein Gutachten ist im Zweifelsfall eine wesentlich schnellere Angelegenheit - und eine mit einer ganz anderen Zielsetzung. Und wie finde ich einen Therapeuten? Neben der Couch, natürlich!. Nein, im Ernst - genau so, wie man einen Therapeuten für alles andere findet. Empfehlungen anderer T* sind eine gute Quelle, aber selbst ein von allen gepriesener 'Spezialist' kann genau der Therapeut sein, mit dem man überhaupt nicht zurecht kommt. Die Krankenkassen sollten in der Lage sein, euch welche zu nennen - sind es aber nicht immer. Auch andere Ärzte kennen manchmal mit dem Thema befasste Therapeuten. Es muß aber nicht unbedingt ein Trans-Spezialist sein. Jeder Therapeut, der bereit ist, sich damit zu beschäftigen, und zu dem man Vertrauen hat, ist geeignet.Denn das ist das wichtigste überhaupt - Vertrauen. Und zwar darauf, dass man erst genommen wird, und darauf, dass der Therapeut einem helfen will, und einem nicht seine Meinung dazu aufdrängen will, was und wie man sein soll, und wie man seiner Meinung nach Trans geworden ist. (Denn Seelenklempner nehmen eben so selbstverständlich psychische Ursachen für Trans an, wie Endokrinologen und ähnliche körperliche - Berufskrankheit von Ärzten.) Bekannte Macken von Therapeuten Manche Therapeuten haben etwas merkwürdige Ansichten davon, was eine Therapie bringen soll, und wie man sie angehen soll. Über die Gründe möchte ich lieber nicht spekulieren. Aber man sollte etwas vorsichtig sein, wenn man auf solche Punkte trifft. Das ist momentan nur eine kurze Aufzählung, aber all diese Dinge hat es gegeben. Gott sei Dank waren es Einzelfälle.
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