Henrik's Tagebuch - 24. Juli 2001: ein Tag vor der Namensänderung
Morgen
wird's endlich soweit sein: die Namensänderung wird verhandelt! Anlass
also, um mal wieder ein kleines Resümee zu ziehen.
In letzter Zeit habe ich
- und nicht nur ich, sondern auch Freunde von mir haben's bemerkt - feststellen
müssen, dass mein Haaransatz deutlich nach oben geht. Nun schlägt
also doch meine ungünstige Genetik zu...
Noch ist aber noch genügend
Haarpracht auf dem Kopf, um nicht in Panik auszubrechen.
Der Bartwuchs ist immer
noch nicht so, wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Zwar kann ich mittlerweile
von Ohr zu Ohr mit dem Finger reisen, indem ich nur auf Stellen darf, die
mit Bartstoppeln versehen sind, doch gerade an den Wangen ist noch kein Haar
zu sehen, ebenso tut sich der Schnäuzer schwer.
Allerdings muss ich auch
zugeben, dass ich mich nun wirklich täglich rasieren muss, denn sonst
sehe ich ungepflegt aus.
Die Stimme hat sich gut
eingependelt. Zwar habe ich mal einen höhere, mal eine tiefere Stimme,
aber das rechne ich eher der jeweiligen Stimmung und der momentanen Stimmband-Fitness
zu. Man hat halt ab und zu einen Frosch im Hals.
Seit ich die Abstände
zwischen den Spritzen verlängert habe, geht's mir auch wieder gut. Keinerlei
Beschwerden mehr, wie ich sie hatte, als ich anscheinend leicht überdosiert
war.
Dennoch werde ich übermorgen
meinen Hormonstatus beim Endokrinologen checken lassen.
Die letzten beiden Spritzen
habe ich von meinem Hausarzt bekommen. Besser gesagt: ich habe mir ein Rezept
für die Ampullen mit Spritzen geben lassen. Die ersten Spritze hat mein
Hausarzt mir noch selbst gegeben, die darauf folgende habe ich mir zu gegebener
Zeit morgens selbst verpasst. War reichlich aufregend, aber es ging alles
gut. Ich hoffe, dass mein Endokrinologe mich so weitermachen lässt -
ich habe vom Beruf her einfach keine Zeit mehr, alle zweieinhalb Wochen in
der Gegend rumzufahren.
Die OPs sind leider noch
in weiter Ferne. Das macht mich reichlich depressiv. Zu Anfang dachte ich
mir, dass ich bereits zu Weihnachten 2000 ohne Brustbeutel durch die Gegend
laufe - doch nun habe ich bereits den zweiten Sommer, in dem ich mir einen
abschwitze und dabei allen erzählen muss, dass ich nicht gerne zum Baden
gehe, dass mir ja sooo kalt ist, dass ich so gar keine Lust habe, mich sportlich
zu betätigen, dass meine Haut nicht soviel Sonne verträgt,....
Dabei ist eigentlich genau
das Gegenteil der Fall: ich bin eine Wasserratte, mir ist konstant zu warm
(auch ohne Binder und zusätzlichem T-Shirt), ich habe durchaus einen
guten Bewegungsdrang und frische Luft und Sonne täte meiner Haut mehr
als gut.
Ich hoffe nur, dass es bald
wieder kälter wird - dann kann ich wenigstens wieder in die Arbeit oder
mit meinen Freunden weg, ohne ständig alle anlügen zu müssen.
Am liebsten wäre mir natürlich, wenn ich gleich morgen meine OP
hätte!
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