Abdominale Hysterektomie


Beim Bauchschnitt wird die Operation via Bauchdecke ausgeführt. Der Chirurg öffnet also die Bauchdecke, schneidet sich durch die Haut und drängt die verschiedenen vertikal und horizontal verlaufenden Muskelstränge zur Seite bzw. schneidet die Muskeln längs durch.


Der außen sichtbare Schnitt kann entweder vertikal oder horizontal erfolgen. Den horizontalen Schnitt nennen die Operateure oft auch ”Bikinischnitt”, da die Narbe in etwa auf Höhe eines Bikinihöschen-Bunds verläuft und so kaschiert werden kann.


Bikinischnitt

"Bikinischnitt" - medizinisch: Pfannenstielschnitt



mediane Unterbauchlaparotomie

vertikaler Schnitt - medizinisch: mediane Unterbauchlaparotomie



Der Operateur kann relativ bequem Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernen, da alles gut zugänglich ist. Hierbei trennt er nach und nach die zu entfernenden Organe aus ihren Muskel- und Bindegewebshalterungen heraus und verödet die versorgenden Blutgefäße. Je nach Absprache wird auch der Muttermund mit entfernt oder aber im Körper belassen.

Zum Schluss wird Schicht für Schicht der Muskeln wieder mit selbstauflösenden Fäden vernäht. Die Hautnaht kann entweder ebenfalls mit selbstauflösenden Fäden genäht werden oder aber mit Fäden, die nach ca. 10-14 Tagen gezogen werden.


Vorteile der abdominalen Hysterektomie:

  • Sind von vorne herein schon Komplikationen absehbar, z.B. weil eine Endometriose (Aus-/Verwachsungen der Gebärmutterschleimhaut in die Bauchhöhle) vorliegt, ist der Zugang über die Bauchdecke sogar die angeratene Methode, da der Operateur hier den nötigen Spielraum und Überblick hat.
  • In der Regel können operierende Nicht-Gynäkologen besser vom Bauch her operieren. (Gynäkologen dagegen besser über Vagina - siehe vaginale Hysterektomie)
  • Auch in weniger gut ausgestatteten Krankenhäusern wird diese Technik verwendet, da keine spezielle OP-Ausrüstung nötig ist.


    Nachteile der Methode:

  • Man benötigt in der Regel einige Tage länger, bis man sich soweit von der Operation erholt hat, um aus dem Krankenhaus entlassen zu werden.
  • Durch die starke Dehnung der Muskeln und das teilweise Durchtrennen der Muskeln während der Operation tut alles noch Tage später reichlich weh.
  • Die Narbe ist - ob nun vertikal oder horizontal geführt - meist doch längere Zeit sichtbar. Die horizontale Narbe verschwindet aber vergleichsweise rasch unter den Schamhaaren.