Typische Entwicklung der Fortpflanzungsorgane vor der Geburt
Typische Entwicklung der Fortpflanzungsorgane vor der Geburt

Bevor wir von den Besonderheiten bei der Entwicklung der Fortpflanzungsorgane bei Intersexuellen sprechen, müssen wir wissen, wie die Entwicklung zum Jungen oder Mädchen typischerweise verläuft. Dabei werden eine ganze Reihe von Stadien durchlaufen. 

Zeugung: XX oder XY? Eine kurze Zusammenfassung über Chromosomen und ihre Bedeutung

In jeder Zelle enthalten und hochspezialisiert: Gene

Testosteron, Dihydrotestosteron, Östrogene, 5-alpha-Reduktase und Co.: Hormone und Enzyme, welche die Entwicklung steuern

Entwicklung der inneren Strukturen

6. Schwangerschaftswoche: Gonaden, die Ur-Keimdrüsen

Gleiche Grundausstattung für alle: Müller'sche und Wolff'sche Gänge

ab der 7. Woche: Beginn des kleinen Unterschieds - das Y-Chromosom und das TDF-Protein beginnen zu wirken.

Entwicklung von Samenleiter/Nebenhoden/Samenbläschen bzw. Gebährmutter/Eileiter/z.T. Vagina
typische Entwicklung zum Jungentypische Entwicklung zum Mädchen
TDF vorhanden: Entwicklung der Gonaden zu Hodenkein TDF vorhanden: Entwicklung der Gonaden zu Eierstöcken
Hoden produzieren das Anti-Müller-Hormon (AMH) und Testosteronkeine Produktion von Anti-Müller-Hormon (AMH) und Testosteron
AMH: Müller'sche Gänge bilden sich bis zur 10. Woche zurückohne Testosteron: Rückbildung der Wolff'schen Gänge bis zur 10. Woche
Testosteron: Wolff'sche Gänge werden ab der 12. Woche zu Samenleitern, Nebenhoden und Samenbläschen = Entwicklung der inneren Strukturen der Fortpflanzungsorgane
ohne AMH: Bildung von Gebährmutter, Eileitern und z.T. Vagina aus den Müller'schen Gängen in der 20. Woche = Entwicklung der inneren Strukturen der Fortpflanzungsorgane

Entwicklung der äußeren Strukturen = externe Genitalien

Gleiche Grundausstattung für alle auch bei den außen liegenden Genitalien: undifferenzierte Genitalanlage mit Genitalhöcker/Phallus und Labioskrotalfalten

Entwicklung der äußeren Genitalien ca. ab dem 3. Schwangerschaftsmonat

typische Entwicklung zum Jungentypische Entwicklung zum Mädchen
Testosteron wird durch das Enzym 5-alpha-Reduktase in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandeltkein Testosteron vorhanden, dadurch auch kein DHT
DHT lässt die Genitalhöcker, Genitalfalten und Genitalwülste zu Penis mit innen liegender Harnröhre, Hodensack und Prostata entwickelnkein DHT, dadurch Entwicklung von Phallus und Labioskrotalfalten hin zu Klitoris, inneren und äußeren Schamlippen