Schau, dass Du möglichst schnell wieder auf die Füße kommst (Minimierung des Thrombose-Risikos), überanstrenge Dich aber dabei nicht. Wenn Du am Tag nach der OP mit Hilfe der Schwestern aufstehst und Dich selbst kurz waschen kannst, ist das eine sehr gute Leistung!
In den Tagen bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus sollte man sich in vernünftigem Rahmen bewegen. Das heißt: am zweiten Tag auf dem Stationsflur auf und ab, selbst zur Toilette und ins Bad. Dann langsam steigern, z.B. mal die Nachbarstation besuchen. das gesamte Stockwerk erkunden, dann schon mal eine Treppe steigen, die Cafeteria oder den Kiosk aufsuchen, im Patientengarten spazieren gehen. Wichtig dabei: wenn möglich nicht alleine gehen, falls einem zwischendrin die Füße wegsacken; sich beim Verlassen der Station beim Pflegepersonal abmelden; nicht das Klinikgelände verlassen (das hat versicherungstechnische Gründe).
Beim Pflegepersonal macht man sich übrigens beliebt, wenn man sein Tablett vom Essen selbst zum Essenswagen im Flur zurückbringt. Und bisschen Bewegung ist's auch wieder...
In den ersten Stunden nach der OP schauen entweder der Operateur selbst, ein Stationsarzt oder jemand vom Pflegepersonal nach, ob die Brustwarze auch gut durchblutet ist. Hierzu ziehen sie leicht den Druckverband weg, was auch okay ist, da sie sicherlich die Hände desinfiziert haben.
Man selbst sollte auf keinen Fall nachschauen - oder bist Du schon fit genug, um vorher die Hände zu waschen und zu desinfizieren? Sicherlich nicht. Wenn also nicht eine dicke Infektion das Ziel der Träume ist: Hände weg!
Generell solltest Du die Hände weglassen von der frischen Wunde. Erst wenn die Wunde verschorft ist, darfst Du vorsichtig drauf herumtasten.
Der erste Verbandswechsel wird ein oder zwei Tage nach der Operation stattfinden. Das kommt auch darauf an, ob aus der Wunde selbst noch viel Blut nachgeflossen ist. Der Verband liegt auch nicht direkt auf der Wunde auf, sondern es ist zumindest eine Fett-Gaze o.ä. dazwischen, um ein Verkleben von Narbe/Blut/Verband zu verhindern. Je nach angewandter Technik und Operateur wurde auch zusätzlich Schaumstoff o.ä. zur Druck-Erhöhung angebracht. Für die Brustwarze sollte ein Loch in der Mitte sein, da die Brustwarze sehr empfindlich ist und bei zuviel Druck absterben könnte.
Wenn Du vor dem Verbandswechsel die Hände gewaschen und desinfiziert hast, kannst Du dem Arzt ein wenig zur Hand gehen, z.B. beim neuerlichen Umwickeln mit dem Druckverband das Anfangsstück anhalten. Ein Befingern der Wunde ist aber nicht erlaubt!
Es erfolgt in der Regel nicht täglich ein Verbandswechsel. Die Wunde muss auch Zeit haben zu heilen - und das geht nicht, wenn täglich daran herumgedoktert wird.
Das Aufstehen wird recht beschwerlich sein - man sollte ein Anspannen der Brustmuskeln vermeiden. Wer gute Bauchmuskeln antrainiert hat, ist jetzt klar im Vorteil. Tipp: Sich seitlich aus dem Bett rollen, das klappt auch recht gut.
Auf jeden Fall ist die Benutzung des "Galgens" tabu - also dieses dreieckigen Griffs, der so verführerisch über dem Bett schwebt. Wer dennoch die Arme danach ausstreckt, ist selber schuld, wenn's weh tut oder das Ergebnis schlecht wird.
Für die Körperhygiene ist erstmal das Waschbecken angesagt. Es darf auf keinen Fall Wasser in die Wunde, auch die der Drainagen gelangen, und man darf auch nicht das operierte Gebiet zu sehr dehnen oder drücken. Im Klartext: Zähneputzen, Händewaschen und Gesicht ist okay, wenn man es selbst macht. Ebenso, falls man runterkommt (vorsicht: es wird einem nach der OP in den ersten Tagen ganz schön schnell schwindelig!) die unteren Körperregionen.
Dem Pflegepersonal oder vertrauten Freunden/Angehörigen sollte man es überlassen, den verschwitzten Rücken oder die Haare zu waschen. Duschen/Baden ist absolut tabu.
Krankenhaus-Mode: bequeme, weite Sachen, in die man selbst hinein und wieder heraus kommt! Das hautenge T-Shirt für den Mann von heute muss noch warten. Warum? Man kann sich schlichtweg nicht so bewegen wie sonst, weil einfach alles im Brustbereich weh tut. Und man bekommt die Arme nicht so weit über den Kopf (und sollte sie auch nicht soweit bekommen), dass man ein T-Shirt an- und ausziehen könnte. In den ersten Tagen kämpft man zudem mit den Drainagen.
Tipp daher von uns: weite Shirts/Unterhemden ohne Ärmel, mit weit ausgeschnittenen Armen sind am bequemsten. Da drüber dann einen weiten Bademantel. Oder ein sehr weites T-Shirt. In ein Oberteil, welches zu eng ist, kommt man mit viel Energie vielleicht rein - aber raus nicht mehr.
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