Operationen

Und dann kommt der Doktor mit der großen Schere....

So ganz kommt kaum jemand drumherum. Aber die ganze Angelegenheit sollte sorgfältig überlegt und geplant sein, denn mit den Resultaten muß man hinterher auch leben können. Und es ist ja nicht so, als ob das alles ganz einfach wäre....

Diese Seite bietet erst mal ein grober Überblick. Sie kann nicht das Gespräch sowohl mit Operateuren als auch mit Leuten, die bereits operiert sind, ersetzen.

Die Mastektomie – Die eine, die jeder will.

So gut manche Binder sind, für den Rest des Lebens will man sie nicht tragen. Auch schwimmen gehen würde man mal wieder gerne, von gewissen Erleichterungen im ganz Privaten mal ganz abgesehen.

Also bleibt nur eine OP. Das ist auch die eine, die die Krankenkassen ziemlich problemlos bezahlen. Und man sollte meinen, dass es genug Ärzte gibt, die das können; denn schließlich läuft die Hälfte der Menschheit mit den selben Gebilden herum, und etliche sind damit nicht zufrieden, von krankhaften Veränderungen mal ganz abgesehen.

Aber Vorsicht! Zwar gibt es einige allgemeine Fähigkeiten, die einen guten Chirurgen ausmachen (Narben z.B.), aber bei uns wird anders geschnitten als bei Bio-Frauen. Ein Arzt, der nur wie bei einer Brustverkleinerung schneidet, schneidet daneben.

Also: Am besten einen Arzt suchen, der sich damit auskennt. (Adressen hier - selbstverständlich nicht vollständig.) Zumindest aber sollte er bereit sein, euch genau zuzuhören, und sich zusammen mit euch zu überlegen, was es denn wie sein soll. Und informiert euch am besten bei anderen, die es schon hinter sich haben. Wir werden auch ein paar Photos mit Angabe den Arztes ins Netz stellen. (An dieser Stelle wäre auch Fotos von bereits Operierten SEHR hilfreich!)

Machen tun das übrigends Gynokologen, Schönheitschirurgen und manche allgemeinen Chirurgen.

Dabei gibt es einiges zu bedenken:

Wie groß ist das Ausgangsmaterial, wie sieht es aus, und, wenn möglich und nötig, wie ist der Anteil von Fett- und Drüsengewebe (Mammographie - vor allem wichtig, wenn abgesaugt werden soll).

Eine Brust, die für ein A-Körbchen zu klein ist, muß logischerweise anders geschnitten werden als eine, die knapp in ein D-Körbchen paßt. Eine hängende Brust erfordert ganz anderes Vorgehen als eine Straffe gleicher Größe. Und wenn abgesaugt werden soll, dann ist wichtig zu beachten, dass nur das Fett, nicht aber das Drüsengewebe abgesaugt werden kann. Wir hatten in Köln einen Fall, wo es Probleme gab. Die Brust war sehr klein und durch die Hormone weich geworden. Dadurch hatte der Arzt völlig den Anteil an Drüsengewebe unterschätzt (und an dieser Brust sind immerhin zwei Kinder satt geworden). Erfolg: Es mußte doch ein Mamillenschnitt (also einmal rund um den Warzenhof) gemacht werden; und zwar ungeplant. (Ist aber gut gegangen.)

Wenn euch die Ärzte bei der Voruntersuchtung also eine ganze Zeit an der Brust rumtasten, hat das gute Gründe. Selbst wenn es unangenehm ist, zieht lieber kein Gesicht, denn manche Ärzte hören dann instinktiv auf. Das ist zwar nett, aber kontraproduktiv.

Genau so wichtig ist natürlich, wie es hinterher aussehen soll; da ist vor allem die Schnittführung wegen der Narben wichtig.

Je größer der Schnitt, desto größer die Narbe. Trivial aber wahr. Vor allem bei großen Brüsten wird sehr oft vorgeschlagen, einmal quer über die Brust zu schneiden. Das ist zwar praktisch für den Arzt, aber man muß mit der Narbe leben. Und zwar den Rest des Lebens (selbst Nachkorrekturen bringen diese nie ganz zum Verschwinden). Ist der Arzt einer, der sehr gut nähen kann, kann das eine Option sein, zumal danach meistens nur noch eine kleine Korrektur nötig ist. Ich habe eine Narbe von einer Unterleibstoperation, die jetzt 5 Jahre alt ist, und ich habe sie letzte Jahr schon nicht mehr wiedergefunden. Das ist aber schon ein seltener Fall.

Die Optionen für den Schnitt:

  • Reines Absaugen (nur bei sehr kleinen Brüsten möglich, und der Erfolg hängt davon ab, wie stark sich die Haut zurückbildet).
  • Kleiner Schnitt, entweder in der Mamille oder in der unteren Falte, oder in der Nähe der Achsel. (Auch nur bei relativ kleinen Brüsten, obwohl dabei u.U. schon Haut entfernt und gestrafft werden kann.)
  • Mamillenschnitt, also also einmal rund um den Warzenhof; oder in einem kleineren Kreis darin, wenn die Mamille verkleinert werden soll. Geht bis zu mittleren, kann, wenn dabei zu viel Haut zusammen gezogen wird, zu einem Kräusen der Haut führen und damit zu dicken Narben.
  • Ein Schnitt in der Mamille, M-Förmig. Wird gemacht, wenn die OP in 2 Schritten gemacht wird (erst ausräumen, später in Form bringen) oder wenn die Brustwarze so bleiben soll, und die Brust so klein ist, dass Ausräumen reicht.
  • Ein Schnitt durch die halbe Brust.Geht meistens um die Mamille herum (damit diese auch an die richtige Stelle gebracht werden kann) und von da nach Außen; üblicherweise in der unteren Hälfte. (Ankerschnitt)
  • Ein Schnitt durch die ganze Brust, entweder um die Mamille herum oder sogar mitten durch (wenn sie nicht frei transplantiert wird).

Und wie wichtig ist es, hinterher noch Gefühl in den Brustwarzen zu haben?

Wird die Brustwarze frei transplantiert, das heißt ganz herausgenommen und wieder eingesetzt, führt das zwar zu optisch guten Ergebnissen, aber die Chance ist 50-50, dass man hinterher kein Gefühl mehr drinne hat. Ist eine Geschmackssache - es gibt genug Transmänner, die das noch nie hatten, also fehlt ihnen hinterher auch nix. Das ist aber nicht bei allen so. Außerdem steigt dabei das Risiko, dass die Brustwarze (in seltenen Fällen) abstirbt. Man kann zwar hinterher relativ leicht eine neue aufbauen, aber es heißt nochmal OP, und ist ziemlich gefühllos. Außerdem muß die Farbe hinterher je nachdem tätowiert werden. Es geht meistens auch bei sehr großen Brüsten, kann aber sein, dass die OP dann in mehreren Schritten ausgeführt werden muß. Das kann übrigends bei großen Brüsten ganz empfehlenswert sein - das Ergebnis wird meist besser, aber natürlich dauert es, und manche Krankenkassen wollen das auch nicht zahlen. Die glauben lieber Ärzten, die behaupten, selbst ein DD-Cup in einer OP machen zu können. Vergesst es - gerade dabei ist die Chance auf mindesten eine Nachkorrektur ausgesprochen hoch.

 

Die Hysterektomie

Die nächsthäufigste Operation; die Entferung der Eierstöcke und Gebärmutter.

Zu dieser gibt es dann schon Pro und Kontra.

Pro
Kontra
Zwingend erforderlich für die Personenstandsänderung; zumindest eins von beiden. (Dauernd fortpflanzungsunfähig...) Haben Transen kein Recht auf körperliche Unversehrtheit?
Es wird ein erhöhtes Krebsrisiko kolpotiert, die Daten sind allerdings nicht schlüssig (Mein Endo forscht grade nach...) Wenn erst mal die Tage ausbleiben, stört es nicht mehr jeden, was er da zu viel an Eingeweiden hat. (Hormone)
Endgültige Sterilität Endgültige Sterilität
  Schon wieder unter's Messer...

Hat man sich für eine Operation entschieden, gibt es zwei Optionen. Manche Chirurgen machen es zusammen mit der Mastektomie und/oder die Aufbau. Ist natürlich am praktischsten. Wo das nicht geht (Schönheitschirurgen z.B. kennen sich im Bauchraum selten so gut aus), muß man sich einen Arzt dafür suchen. Das kann eigentlich jeder Gynäkologe; also, umhören, auch bei den Frauen im Bekanntenkreis; hier kann man wirklich danach gehen, wo die Narbe am besten wird, oder wo einem Arzt und/oder Krankenhaus am symphatischsten sind.

Man kann entweder durch die Scheide gehen, oder einen Bauchschnitt machen. Sollen nur die Eierstöcke entfernt werden, geht es auch endoskopisch (Also ein Eingriff, bei dem der Arzt quasi durch mehrere Schläuche operiert, und dementsprechend nur einige kleine Einschnitte machen muß).

Es scheint Ärzte zu geben, die behaupten, dass die Entfernung duch die Scheide nur möglich ist, wenn man schon mal ein Kind auf die Welt gebracht hat. Merkwürdigerweise gibt es Ärzte, die damit überhaupt keine Probleme haben. Scheint also bei so ziemlich allen möglich zu sein, unabhängig von einer vorherigen Geburt. Achtung: Wenn bei euch aus irgeneinem Grunde damit zu rechnen ist, dass im Bauchraum Verwachsungen sind (Verletzungen, oder mal Zysten oder Ähnliches gehabt), teilt das dem Arzt mit, wenn es durch die Scheide gehen soll! Das kann ein Problem sein!

Tip: Die Liegedauer im Krankenhaus ist sehr unterschiedlich. Das reicht von der ambulaten OP bis zu einer Woche und mehr. Ambulant wäre mir persönlich zu riskant, aber eine Woche braucht man deswegen auch nicht abzuliegen. Sprecht mit dem Arzt darüber, wenn er vernünftig ist, läßt er euch vorher raus wenn es euch gut geht (nicht auf eigenes Risiko, sondern ordentlich).

Tip: Am meisten wird der bei Chirurgen äußerst beliebte Bikinischnitt gemacht. Wie der Name schon sagt, kann die Frau hinterher einen Bikini anziehen, ohne das was zu sehen ist. Nachdem ich diesen Schnitt allerdings hinter mir habe, habe ich persönlich den Verdacht, dass es Ärzte gibt, die damit eher ihren Pfusch zudecken wollen. Denn während es optisch prima damit geworden ist (obwohl, mittlerweile sieht man eh keine Narbe mehr), habe ich noch 6 Monate nach der OP Schmerzen gehabt, da die Längstmustkeln böse gedehnt werden. Das lag nicht daran, dass der Arzt nicht gut war (er war gut), sondern daran, dass der Schnitt eine dämliche Idee ist, anatomisch gesehen. Wenn euch die Narbe nicht stört, und ein Bauchschnitt gemacht werden soll/muß, fragt, ob er nicht längst schneiden kann - das führt angeblich zu wesentlich weniger Beschwerden.
Übrigends, diese Infos habe ich, weil ich eine Endriometriose hatte (Weiberkram). Diese ist nicht grade selten, und eventuell kann euch eine Selbsthilfegruppe von solchen Frauen bei der Wahl des Arztes weiterhelfen - denn mit diesen OPs haben die alle mehr Erfahrung, als sie jemals wollten.

 

Der Penoidaufbau

Als allererstes: Keine der OPs ist unkritisch und einfach. Und bei keiner ist bei näherer Betrachtung und/oder handfester Inspektion das Ergebnis mit einem echten zu verwechseln. Da ist es zumindest eine Überlegung wert, ob man tatsächlich einen braucht. Auf keinen Fall sollte man sich einen zulegen, nur damit der/die PartnerIn zufrieden ist.

Und laßt euch Zeit bei der Entscheidung, und vor allem: Sprecht mit anderen, und hört euch auf jeden Fall bei mehreren Ärzten um.

Also, prinzipiell gibt es mehrere Möglichkeiten:
 

  • Klitorispenoid - Dabei wird lediglich die durch die Hormone vergrößerte Klitoris freigeschnitten, und nach vorne genäht. Die Scheide wird geschlossen, und es können künstliche Hoden eingesetzt werden. Die Harnröhre wird bis zur Spitze gelegt. Der große Vorteil: Das Gefühl bleibt größtenteils erhalten, und es ist keine große OP. Pinkeln im Stehen ist meistens möglich. Zum Geschlechtsverkehr ist es nicht groß genug. Auch Modell 'Kalte Dusche' genannt, aus nachvollziehbaren Gründen. In den Niederlanden lange Zeit der Standard, in Deutschland macht es unseres Wissens außer Lield, München, niemand. Bei ihm ist es der erste Schritt zu einem Aufbau aus dem Unterarm, es gibt aber auch Transmänner, die schon mit diesem Ergebnis zufrieden sind.
    Beispiel aus Schweden
     
  • Penoid aus dem Unterarmgewebe - Wird aus dem Gewebe eine Unterarms geformt, und zwar wird die Haut und Gewebe, eine der Adern und ein großer Nerv entnommen, zusammengerollt und entsprechend angenäht. Im Glücksfalle ergibt das einen gefühlsfähigen, etwas dünnen, aber ansonsten ganz normal aussehenden Penis mit einer Harnröhre bis in die Spitze. Aber Achtung: Der Erfolg ist sehr vom Operateur abhängig - da gibt es solche, da habe ich noch von keinem gehört, dass er unzufrieden war, und solche, bei dem wir noch niemanden trafen, der zufrieden war, und wo schwere Komplikationsraten von 40 % eingestanden wurden. 
    Vor Dr. Liedl aus München haben wir einen Bericht für euch, in dem er seine Operationstechnik schildert. Ein Ergebnis von Dr. Liedl könnt ihr hier sehen.
     
  • Penoid aus einem Bauch-Längmuskel - Dabei wird einer der zwei Längsmuskeln des Bauches (Von den Rippen bis zum Schambein) oben gelöst, nach unten gerollt, halb gedreht, und mit Hautlappen aus der Leistenhaut umschlossen. Ich habe mal ein Prachtexemplar gesehen - aber dafür hatte es 17 (in Worten: siebzehn) Operationen gebaucht, und das Teil war gefühllos, und die Harnröhre kam an der Peniodbasis heraus. Das ist übrigends dabei normal, die Harnröhre wird frühestens nach einem Jahr in die Spitze verlegt, wenn überhaupt. Es sind auch mindestens 2 große Operationen nötig, mit einmal 6 und einmal 4 Wochen veranschlagtem Krankenhausaufenthalt, die aber oft wesentlich überschritten werden. Außerdem kann es unter Umständen komplett wieder abfaulen.
    Alex' ganz persönliche Meinung: Wie wäre es mit einem guten Dildo stattdessen?
     
  • Rolllappenpenoid - Wird aus einer Speckrolle gebildet, die aus dem Bauch gelöst wird, und dann in mehreren Operationen nach unten geklappt wird. Wird fast nicht mehr gemacht, weil die Ergebnisse sehr schlecht sind, gefühllos, mit einer Riesennarbe am Bauch. Die Harnröhre wird dabei auch nicht bis zur Spitze durchgeführt.
     
  • Andere: Da es sich noch um ein sehr experimentelles Feld handelt, gibt es immer mal wieder Operateure, die etwas anderes ausprobieren wollen. Ob man sich darauf einläßt, muß man selber wissen.
     
  • Hier noch eine Info zu einer anderen OP-Methode, die so von Dr. Schaff aus Dachau praktiziert wird (von 1999):
    Zum Verfahren vom Schaff: Er macht den Aufbau in 3 Schritten, zwischen denen befindet sich jeweils ein 1/2 Jahr.
    1) Er konstruiert eine Harnröhre aus Spalthaut aus dem Bein.Das sieht dann so aus dass man 1/2 Jahr mit einem Röhrchen im Ober-oder Unterschenkel herumläuft,dass man täglich zweimal durchspülen muß.
    2) Er baut ein Penoid aus Teilen des Unterschenkels auf, zur Versteifung nimmt er einen Teil des Wadenbeins.Man kann dann einige Monate nicht latschen und das Problem beim Unterschenkel ist noch,dass es da nicht allzuviele Nerven gibt sprich man spürt im Endeffekt nicht allzuviel in dem Ding.
    3) Er baut die aus Spalthaut konstruierte Harnröhre und das Penoid zusammen.Nach einigen Monaten kommen noch die Hodenimplantate dazu und aus. 1.dauert es viel zu lange und 2.man spürt sowieso nicht allzu viel von dem Ding.
    Der Fehlende Knochen im Bein soll angeblich kein Problem sein. Er macht es jetzt aus dem Bein weil seine Penoide vom Unterarm öfters geschrumpft sind.

    Es muß dazu gesagt werden, dass auch Dr. Schaff zeitweise den Penoid aus dem Unterarm gemacht hat. Es empfiehlt sich also, wenn man über einen Aufbau nachdenkt, sich eventuell auch dort zu informieren.

Alle Implantate außer dem Klitorispenoiden können mit einem Implantat versteift werden, von denen es mehrere gibt, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren. Einige sollen sehr gut sein.

Übrigends: Hier gibt es die meisten Schwierigkeiten, es von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Vor allem weil einige Leute so um die 100.000.- DM für die OP nehmen - ohne Implantat. Allerdings - wenn man es braucht, sind es diese Ergebnisse es wert. (Wie gesagt, wenn.)

 

 
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