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Ziele des TransMann |
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Transgender wird heute als ein medizinisches Problem betrachtet. Zunächst wird an Ärzte und Psychologen zwecks 'Heilung' verwiesen, und wenn diese scheitert - was sie eigentlich immer tut, da Transgender nicht behandelbar ist - wird die Medizin dazu benutzt, wenigstens dafür zu sorgen, dass der 'Fall' mit möglichst wenig Verunsicherung für den Rest der Gesellschaft gelöst wird. Kleinere Probleme und Rückschläge, verzögerte und schlechte medizinische Behandlungen, verpfuschte Operationen und immer wieder unangemessene Zeiten für 'Begutachtungen' und generell das Ignorieren der Menschenwürde der Transgender, die oft zu einer erhöhten Selbstmordrate und körperlichen und seelischen Kriesen führen, werden damit abgetan, dass man sich bei solchen Leuten ja nicht wundern muß, oder dass man schließlich alles getan habe, aber bei diesen zugrunde liegenden Problemen... . Wir hingegen behaupten: Transgender ist nicht in erste Linie ein medizinischen Problem, sondern ein soziales. Andere Gesellschaften wurden und werden mit diesem Problem ohne jegliche medizinische Intervention fertig; auch wenn diese oftmals gewünscht ist, und hier und heute meist notwendig ist, ist sie nicht die Lösung des Problems, sondern Hilfe zum Leben. Männlich und Weiblich sind keine unvereinbaren Gegensätze, sondern die zwei Häften einer Skala, die sich über das gesamte Spektrum des menschlichen Seins und menschlicher Lebensmöglichkeiten erstreckt. So, wie die meisten Menschen biologisch eindeutig auf der einen oder anderen Seite der Skala stehen, stehen auch die meisten Menschen bezüglich ihrer Identität eindeutig auf einer Seite. Und bei den meisten Menschen ist dies die selbe Seite. Bei manchen Menschen aber ist die Biologie auf der einen Seite, und die Identität auf der anderen Seite (wobei neuere Forschungen durchaus darauf hindeuten, dass zumindest Teile dieser Identität biologisch prädestiniert sind). Und wiederum andere Menschen sind - biologisch oder bezüglich ihrer Identität oder beides - in der Mitte dieser Skala zu finden; in einem wenig besiedelten aber stark bewegten Teil. Jede dieser Möglichkeiten ist gültig; und niemand darf gegen seinen Willen dazu gezwungen werden, sich von dort wo er ist und wo er zu Hause ist auf eine andere Stelle zu bewegen, nur damit nun ja niemand dazu gezwungen wird, den Dualismus, der die gegenwärtig herrschende Theorie im Verhältnis von Männern und Frauen ist, in Frage zu stellen (und auch wir selber sollten uns nicht dazu zwingen). Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere uns haben wollen! Gerade TransMänner, die sich nach den medizinischen Behandlungen meist
völlig unauffällig in der Gesellschaft bewegen können (vom Problem
der genitalkorrigierenden Operation abgesehen), werden unter Druck gesetzt,
möglichst 'normal' und unauffällig zu leben. Dies sowohl von 'offizieller'
Seite, vor allem Ärzten, die es als Erfolg verbuchen, wenn sie möglichst
'eindeutige' Ergebnisse produzieren (was immer das heißen mag), als auch
von einigen TransFrauen, die, wenn sie dies schon selber nicht erreichen können,
es wenigstens von allen anderen verlangen. Die Möglichkeit, dies zu reflektieren, ist für TransMänner
bisher kaum gegeben, da die bisherige Selbstorganisation der Transgener
fast ausschließlich auf TransFrauen zugeschnitten war. Von 'offizieller'
Seite sind solche Reflexionen ohnehin unerwünscht. Diese Reflexion
ist aber notwendig, damit wir nicht von einer Rolle, die wir nicht ausfüllen
konnten, in eine gedrängt werden, die wir so nicht ausfüllen
wollen oder können. Es muß jedem die Möglichkeit gegeben
werden, so zu leben, wie er möchte - mit oder ohne Peniod, schwul,
hetero, oder bi, als Bauarbeiter oder Damenfriseur, als Akademiker oder
Hausmann. Auch bestehen beträchtliche Informationsdefizite, sowohl auf Seiten von
TransMännern, was Rechte und Möglichkeiten angeht, als auch in der
Öffentlichkeit, wo TransMänner bislang so gut wie unsichtbar sind. Diese Informationsdefizite zu beheben, und TransMännern Raum und Möglichkeit zu geben, sich selbst und ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten kennenzulernen und durchzusetzen, ist der TransMann angetreten. |
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