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Vorstellung Henrik Verein
TransMann e V - Vorstellung Henrik
| Vorname | | | Henrik Sascha | | Name | | | Haas | | Geburtsjahr | | | 1972 | | Beruf | | | Nach dem Abitur habe ich Gärtner
gelernt, danach 2 Studiengänge abgebrochen. Ich fing dann bei einer
großen bayerischen Versicherung im Büro an, als Sachbearbeiter, und bin
jetzt auf Grund ständigem Engagements, für eines unserer
Bestandsführungssysteme Betriebstechniker und Tester.
| | Hobbies | | | Garteln, Video/DVDs, Computer, meine
Katzen, Kochen, eigentlich auch Patchwork, wenn ich dazu käme, und seit
neuestem interessiere ich mich auch wieder für Glaubensdinge, bin aber
noch nicht ganz mit mir einig... | | Lebensweg | | | Ich hatte eine relativ glückliche
Kindheit als Mädchen, "an dem ein Bub verloren gegangen ist" (ständiger
O-Ton von Eltern, Verwandten, Bekannten damals). Ich war wild
und in meinen Streichen zusammen mit meinem Kindergartenfreund Stefan
recht kreativ. Das änderte sich schlagartig, als ich in die Schule kam
- von einem Tag auf den anderen war ich extrem introvertiert und
super-brav. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass ich nie sehr weit
von Mamas strengem Arm entfernt war: meine Mutter war an der gleichen
Schule Lehrerin. In der Grundschule schon bedauerte ich
zutiefst, kein Junge zu sein: wir waren im Handarbeits/Werkunterricht
und teilweise auch im Sportunterricht streng nach Geschlechtern
getrennt. Ich wollte kein blödes grünes Krokodil stricken, ich wollte
den tollen silbernen Roboter bauen... Im Gymnasium wurde es
dann noch schlimmer: rein katholisch, reine Mädchenklasse - das einzig
Gute daran: ich hatte jede Art von Frauen um mich herum, sowohl die
Tussis als auch die alternativen Mamas, von denen ich letzten Endes
sagen konnte, dass ich dieser Typus nicht bin. Nach dem Abitur dann mal
was handwerkliches: eine Gärtnerlehre, immerhin abgeschlossen. Danach 2
verbummelte Studiengänge (Lehramt berufliche Schulen für Landwirtschaft
und Englisch, danach Japanologie mit Nebenfächern Psychologie und
Recht), denn ich fing so langsam an, an mir selbst zu zweifeln, und
nach dem Grund meiner zunehmenden Depressionen zu suchen. In
dieser Zeit - ich ahnte schon, was mit mir geschlechtermäßig los sein
könnte - lernte ich auch mein Herzblatt, Roland kennen. Wir zogen
zusammen und lebten gut 2 Jahre in mehr oder weniger Harmonie zusammen.
Dann mein inneres Coming-Out, begleitet von schweren Schlafstörungen,
und nach einer Abklärung mit meinem Therapeuten (Hr. Wallach sei Dank!)
dann auch das äußere Coming-Out. Roland hielt zu mir - und fing auch an
über sich nachzudenken. Wie es der Zufall will, war auch er schon lange
Jahre am Grübeln, ob er nicht eine Frau wäre... Es kam wie es kommen
durfte: wir fingen beinahe gleichzeitig mit Hormonen an und tauschten
innerhalb eines Jahres die Rollen, zumindest äußerlich. Er ist jetzt
SIE, ich bin jetzt ER - aber ansonsten ist alles beim Alten geblieben.
Unsere Beziehung hat unser beider Trans*-Weg bestens überstanden, und
wir sind jetzt schon seit 13 Jahren ein Paar. | | Was
ist Dir im Leben wichtig? | | | Ich möchte nicht einfach
stupide und passiv durchs Leben gehen. Wenn ich schon keine Kinder
habe, möchte ich auf andere Weise meine Spur hinterlassen. Wenn ich mal
tot bin (hoffentlich nicht so bald...), soll es Leute geben, die sich
in positiver Weise an mich erinnern. Ich möchte mich nicht
damit abfinden, was mit mir gemacht wird, sondern ich möchte selbst
mit-entscheiden, wohin mein Leben geht. Das kann auf verschiedenste
Weise geschehen: Durch mein Engagement im TransMann e.V., durch meinen
Job, den ich ja auch mit mehr oder weniger Herzblut ausfüllen kann,
durch politische Arbeit, durch Meinungsäußerung im Allgemeinen. Wenn
ich nichts beitrage oder zumindest sage, was ich will, dann darf ich
mich auch nicht beschweren, wenn's nicht so läuft wie ich's gerne hätte!
| | im
TransMann e.V. seit | | | 2000 | | im
Vorstand seit | | | 2001 | | Warum das Engagement im TransMann e.V.? | | | Die Arbeit des TransMann e.V. hat im
wahrsten Sinne des Wortes mein Leben gerettet: ich war auf der Suche
nach Informationen, hatte vorher schon mal ein sehr schlechtes Buch
über Transmänner gelesen (das mich beinahe in den Selbstmord getrieben
hätte). Der TransMann e.V. rettete mich durch zwei sehr wichtige
Botschaften: "Jeder wird so aktzeptiert, wie er ist und wie weit er
gehen möchte" und "Du bist nicht allein, wir sind viele und wir helfen
Dir, Deinen Weg zu finden". Diese zwei Grundaussagen möchte ich durch
meine Arbeit im Verein erhalten und weitergeben. Ich fände es
schrecklich, wenn der TransMann e.V. nicht mehr da wäre, und damit die
wichtige Hilfe für Transmänner wegbrechen würde. | | Was ist Dir im TransMann e.V. wichtig? | | | Mir ist wichtig, dass jeder
Transmann, der bei uns Hilfe sucht, auch angemessene Hilfe bekommt.
Diese Hilfe kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen: durch
Informationen, die wir auf der Webseite zur Verfügung stellen,
Informationen, die wir in unseren Gruppentreffen vermitteln, durch
Live-Kontakt von Mensch zu Mensch, usw. Darum sollte das Angebot auch
so breit wie möglich gefächert sein, damit für jeden was dabei ist. Des
weiteren ist mir wichtig, dass jedem, der den TransMann e.V. nutzt, und
erst recht jeder, der dem TransMann e.V. beitritt, bewusst ist, dass
wir in erster Linie ein Selbsthilfe-Verein sind: Jeder sollte zum
Gelingen beitragen, die Anfänger wie die Erfahrenen, die Jungen wie die
Alten, die Landeier genauso wie die Stadtvögel. Ich bin überzeugt, dass
jeder mit seinen persönlichen Fähigkeiten was beitragen könnte, wenn er
nur wollte. Leider tun es die wenigsten, das lässt mich manchmal an
meinem Engagement zweifeln. | | Was wäre Dein größter Wunsch für den
TransMann e.V.? | | | Ich
würde mir wünschen, dass sich jeder, der vom TransMann e.V. profitiert
(sei es indem er Infos auf der Webseite gelesen hat, das Notfalltelefon
genutzt hat, per E-Mail eine Anfrage gestellt hat, am Infostand ein
Gespräch gesucht hat oder zu einem Gruppentreffen kommt), sich dann
auch einbringt. Es darf nicht nur ein Nehmen sein, sondern muss auch
ein Geben werden, sonst funktioniert das System "Selbsthilfe" nicht
(und im Übrigen auch generell nicht das System "Gesellschaft")
| | Dein
heißer Tipp an alle Transmänner? | . | | Suche
und schaffe Dir soviel soziale
männliche Kontakte wie möglich, grade während des Trans*-Wegs. Das kann
sein im Sportverein, in der Arbeit, in der Familie, in der Gemeinde und
anderen sozialien Gruppen... Hauptsache ist, dass Du Dich nicht
zurückziehst, und Dir damit sowohl männliche Vorbilder als auch das
soziale Korrektiv in Bezug auf Deine eigene männliche Rolle sicherst.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Transmänner, die "mitten im
Leben" stehen, die wenigsten Probleme haben. Die Eremiten dagegen sind
echt anstrengende "Psychos", um die jeder einen großen Bogen macht.
| | Dein
Lebensmotto | | | So
wie's kommt, ist's letzten Endes
auch gut. Aber ich muss auch meinen Teil dazu beitragen, dass es gut
wird! |
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